Archiv für April 2008

Die Deutschen haben Humor

Man sagt uns Deutschen ja nach, dass wir ein bisschen zu wenig Humor hätten. Dabei gibt es in unserem Volk sicherlich genauso viele humorvolle Leute wie anderswo.

Zum Beispiel stolperte ich kürzlich über eine Meldung des Chaos Computer Clubs. Die Mitglieder fanden, dass die Debatte über die biometrischen Merkmale im Reisepass doch reichlich abstrakt sei. Um das dem Otto-Normalverbraucher etwas greifbarer zu machen, griffen sie sich ein Wasserglas, aus dem Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble getrunken hatte, nahmen seine Fingerabdrücke und veröffentlichten sie in ihrer Vereinszeitschrift “Die Datenschleuder”. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass solche Fingerabdrücke dann sehr leicht kopiert werden können, was angeblich schon im Jahre 2004 mit einer Digitalkamera, einem Laserdrucker und etwas Holzleim nachgewiesen worden sein soll.

Ich weiß nun nicht, ob ich das witzig finden oder mir Gedanken machen soll – zumindest hat die Sache mit dem Fingerabdruck einen Nachteil: Der Fingerabdruck ist wie ein “private key” bei RSA – im Idealfall hat ihn niemand anders als der Schlüsselinhaber selbst. Sollte der private Schlüssel bei RSA einmal verloren gehen, so gibt es immer noch die Möglichkeit, ihn für ungültig erklären zu lassen und einen neuen privaten Schlüssel zu erzeugen.

Das geht beim Fingerabdruck logischerweise nicht, denn der ist angewachsen und kann selbst dann nicht geändert werden, wenn er geklaut und kopiert wurde. Gleichzeitig hinterlässt ihn der Inhaber jedoch regelmäßig auf allen möglichen Gegenständen des täglichen Lebens. Passt das zusammen?

Herr Dr. Schäuble, da ist eine Lücke im Konzept, über die Ihr Reisepass-Team vielleicht noch einmal nachdenken sollte. Und das Biometrie-Team bei Edeka kann gleich mitmachen beim Nachdenken, sonst kauft jemand plötzlich bei Edeka ein paar Brötchen im Namen und auf Rechnung von Herrn Dr. Schäuble, die selbiger gar nicht bestellt hat!

Drucken in die Landschaft

Manchmal gibt es doch wirklich echte Innovation: Man stelle sich vor, ein Porträt von Goethe, hergestellt aus tausenden von blühenden Pflanzen, nur erkennbar aus der Entfernung. Das leistet Landscape Printer, eine Art “Drucker”, der mitten in die Landschaft druckt, mit Hilfe von digital gesteuerten automatischen Sämaschinen und speziell ausgewähltem Saatgut. Ist das Bild verblüht, kann man es ernten wie bisher.

Es muss doch Spaß machen, so etwas zu entwickeln!

Inhaltsorientiert führen – die “Möglichmacher”

Jens Wagener hat über das Verhaltensgitter geschrieben, eine Art und Weise, Management-Stile zu beschreiben. Schon etwas angestaubt, wie Jens bemerkt, doch bringt es einen im Kern immer noch zum Nachdenken:

Vor Jahren schrieb eine Managerin (leider hab ich den Namen nicht mehr):

Wenn einer meiner Mitarbeiter für morgen eine wichtige Demo des neuen Softwaresystems vorzubereiten hat und heute schon erkennt, dass er wegen einer Erkältung das Ganze vermutlich abblasen muss, koche ich ihm eine heiße Suppe, lasse jemand anders die Demo machen und sage ihm: Wenn Du heute noch die Demo mit Hans zusammen vorbereitest, kannst Du Dich ab morgen so lange ins Bett legen wie Du willst.
Manager sind meiner Meinung nach Möglichmacher.

Genauso sehe ich das auch. Manager sind Möglichmacher – sie räumen Ihren Mitarbeitern alle nur erdenklichen Hindernisse aus dem Weg, damit sie produktiv arbeiten können.

Einen interessanten Punkt möchte ich noch anmerken: Es gibt Manager, die führen mit Inhalten, ungefähr so: “Wenn Du bis zum soundsovielten das und das machst, hast Du richtig was erreicht”. Diese Manager wissen auch noch, worum es bei dem Auftrag ging, wenn der Mitarbeiter unterwegs kommt und sagt “Es geht nicht, weil…”. Sie können dann helfen. Andere Manager sind reine Problem-gegen-Lösung-Dispatcher, ohne tiefer hinzusehen: “Was, ein Problem? Wer kann es lösen? Also auf geht’s!”. Nach zwei Tagen wissen sie nicht mehr, warum.

Ich finde, ein Manager sollte inhaltlich mit den Leuten mitgehen und ein Langzeitgedächtnis haben. Voraussetzung: Die Mitarbeiter erklären ihm in kurzer Zusammenfassung, worum es geht, sodass er es auch versteht.

Wirklich fertig? FERTIG fertig?

Ken DeLong hat einen schönen Beitrag geschrieben, was es heißt, wenn ein Feature wirklich fertig entwickelt ist:

This means code written, tests written, performance and load tested, QA’d, db schema signed off by the DBA, and functionality OK’d by the business. In other words, done, in the sense of “no work left to do.” Ready to roll out.

Dazu versuche ich alle meine Kunden zu bewegen. Plus Dokumentation, selbstverständlich!

;-)

UMTS auf dem Mac

Bisher nutze ich das mobile Internet von Vodafone, mit Hilfe von launch2net von Novamedia. Neulich machte T-Mobile nun ein Konkurrenzangebot: Web’n'walk Try and Buy. Man kann das drahtlose Internet über HSDPA zwei Monate lang ausprobieren, zum Preis von EUR 59 pro Monat. Wenn man dabei bleibt, bekommt man die Gebühr für die beiden Monate erstattet.

Nun, ich hab’s gebucht und installiert. Ich bekam einen USB-Stick, in den ich die SIM-Karte einsetzte. Dann den Stick in den Mac USB-Port stecken, Software installieren und ab geht’s ins Internet. Soweit, so gut.

Dann bemerkte ich, dass das neue Paket nicht so richtig schnell arbeitet. More >

Jax 2008 Nachlese

Dieses Jahr habe ich nur einen Tag auf der Jax verbracht. Gleich zwei Vorträge hatte ich mitgebracht, ein Soft-Skill Thema (“Not invented here”) und einen zum Thema soziale Netzwerke (“Web 2.0 für Freunde”). Es gab interessante Sessions, leider lagen sie parallel zu meinem eigenen Vortrag, sonst hätte ich sie auf jeden Fall besucht. Einen sehenswerten Vortrag über das Semantic Web zum Anfassen habe ich mitnehmen können. Und kurz vor’m nach Hause gehen kam noch was, das mich wirklich vom Stuhl riss…

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Komfortabel programmieren in 5GL

Na, den Jungs von Itemis ist mal wieder was Herausragendes eingefallen. Was sagt die Methodenabteilung Ihres Unternehmens dazu? Lesen Sie hier weiter…

OpenMac – wenn das nur gut geht…

Wired Magazine schreibt, dass eine Firma den Mac nachgebaut hat – er kostet 400$ und läuft angeblich mit dem Original Leopard. Na, wenn das keinen Ärger gibt! Ein Blog namens Testing Grounds treibt es noch weiter und installiert Leopard auf jedem PC. Das Dumme ist, dass der neu installierte PC am liebsten zu Apple nach Hause telefonieren möchte und nicht ganz klar ist, was das für den eifrigen Hacker für Konsequenzen haben kann.

Blog auf Deutsch umgestellt

Ich fand, dass es sich in der Muttersprache besser bloggt. Habe deswegen umgestellt. Auch gleich die Blog-Software mit umgestellt, denn viele meiner Kollegen nutzen Wordpress, und so gehen Trackbacks vielleicht etwas leichter.

Warum Leute an seltsame Dinge glauben…

…sieht man in einem coolen Video, über das ich heute gestolpert bin. Viel Spaß beim Zuschauen!