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Aus welcher Mischung entsteht Software? [OOP 2010]
17. Jan
In Italien ist jeder ein Experte für Espresso – alle wissen: “Per un buon caffè, ci vogliono cinque ‘M’: miscela, macinatura, macchina, mano e mente.” (Für einen guten Espresso braucht man die fünf ‘M’: Mischung, Mahlung, Maschine, Hand und Geist).
Ist das in der Software-Entwicklung genauso? Die OOP hat sich ja in diesem Jahr auch so ein Motto auf die Fahne geschrieben: people, process, technology. Prüfen wir doch mal: people = mano e mente, process = macinatura, technology = macchina – nanu, wo bleibt miscela, die Mischung, der Rohstoff, aus dem die Software entstehen kann?
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Alistair Cockburn hat diese Frage 2006 in einem Artikel beantwortet: “Software engineering … is remarkably like manufacturing, once we shift to view the unvalidated decision as the unit of internal inventory.” Die Mischung besteht also aus den bisher unvalidierten Entscheidungen, die in der Mühle und der Maschine immer weiter verarbeitet werden, bis der Benutzer seine neue Software in Händen hält.
Beispiele für solche unvalidierten Entscheidungen sind:
- Jede Anforderung ist eine Entscheidung, die auf einem bestimmten Geschäftsklima basiert. Wenn sich das Klima ändert, könnte die Entscheidung falsch werden.
- Eine Architektur ist eine Entscheidung, die auf Technologie und Business basiert. Wenn sich die Technologie verändert bevor die Software genügend Wert für das Business eingespielt hat, ist die Entscheidung verschwendet.
- Jede Zeile Code ist eine Entscheidung, basierend auf Anforderungen, Technologie und Ästhetik. Sollte eines davon obsolet werden bevor die Software genügend Geld für die Firma verdient hat, dann war auch das Verschwendung.
Halten wir also am besten die Zyklen kurz und schlank und erzeugen nur so wenig unvalidierte Entscheidungen wie möglich. Über Anforderungen rasch entscheiden, Entwurf und Programmierung zeitnah durchführen, dem Benutzer lauffähige Systeme in die Hand geben, die er sofort validieren kann. So bleibt der Kaffee frisch, weil die Bohnen nicht lange liegen.
Ich lade Sie ein, mit mir auf der OOP einen Kaffee zu trinken!
Kanban-Training im Februar 2010
21. Dez
Im Februar gebe ich ein zweitägiges Kanban-Training in deutscher Sprache. Kanban ist ein leichtgewichtiges Prozess-Framework für die Entwicklung von Software. Es überträgt die Kanban-Prinzipien, die ursprünglich im Umfeld von Lean Production entstanden sind, auf die Softwareentwicklung.
Anmeldung und Organisation übernimmt SIGS-DATACOM, auf deren Website Sie weitere Informationen über dieses Training finden können.
Ich freue mich, Sie in Köln zu sehen – das Training wird sehr spannend werden!
100% Danke für OOP 2009!
30. Jan
Danke für die vielen interessanten Kontakte auf der OOP 2009: die Besucher meines Vortrags Gebrauchsanleitung für die Projekt-Matrix – Soft Skills für die selbsterzeugte Wirklichkeit, die interessanten Runden beim Essen, der Austausch mit meinen SprecherkollegInnen …
Ich habe die Konferenz rundum genossen und hoffe, dass Sie alle möglichst viele der neuen Ideen umsetzen werden, die Sie auf der OOP 2009 bekommen haben!
[OOP 2009] Was ist Kultur?
28. Jan
Auf der OOP 2009 in München fanden im Rahmen des Soft Skill Tracks mehrere Vorträge zu Unternehmens- und Projektkultur statt. Jeder Sprecher wollte Kultur definieren. Am besten von allen hat das für meinen Geschmack Ralph Höfliger geschafft. In seinem Vortrag Faktor Unternehmens(un-)kultur: Die Geheimnisse erfolgreicher IT-Projekte brachte er folgendes Zitat:
Wenn viele an etwas glauben, nennen wir das Kultur. Wenn wenige an etwas glauben, nennen wir das Kult. Wenn zwei an etwas glauben, nennen wir das Liebe. Wenn nur einer an etwas glaubt, nennen wir ihn verrückt!
[OOP 2009] Linda Rising fasziniert
28. Jan
Auf dieser OOP hatte ich das Vergnügen, Linda Rising in einem ganztägigen Tutorial zu erleben: Fearless Change: Patterns for Introducing New Ideas into an Organization. Wirklich ein ganz besonderes Erlebnis!
Nicht nur, dass sie erstklassigen Content präsentiert, nein, man merkt ihr auch die jahrelange Sprecher-Erfahrung an: Sie spricht langsam, klar, mit Pausen nach den wichtigen Stellen, warmherzig und begeistert. Es ist sehr leicht, Ihr zu folgen und es macht einfach Freude!
Das Tutorial drehte sich um den typischen Fall: Man war auf einer Konferenz, hat neue Ideen bekommen, hat Bücher und Artikel gelesen und möchte nun, dass diese Idee in einer Firma Wirklichkeit wird. Linda beschrieb in ihrem Tutorial, wie man das schaffen kann.
Ich kam ein paar Minuten zu früh in den Konferenzraum – sie nutzte gleich die Gelegenheit, mich in ihr kleines Theaterstück einzubauen: sie setzte mir einen selbstgemachten Hut auf mit der Aufschrift “Innovator”. Anderen Zufrühkommern gab sie ebenfalls solche Hüte mit Aufschriften wie “Evangelist”, “Guru”, “Early Adopter” usw. Wir bekamen dann noch ein Skript und Regieanweisungen, und los ging’s.
Der Evangelist möchte die neue Idee allen erzählen. Zuerst erzählt er davon dem Innovator und bezeichnet die Idee als neu und cool. Der Innovator (also ich) sagte sofort zu, dabei mitzumachen. Den Guru, ein repektables Mitglied der hypothetischen Firma, musste der Evangelist nun mit Fakten überzeugen und ihn bitten, die neue Idee doch in seinem Projekt einmal auszuprobieren.
Nach dem Guru erfahren die Early Adopter davon und probieren die Idee ebenfalls aus. Auf einem “Brown Bag” Meeting, bei dem alle ihr Sandwich mitbringen (in den USA kommt das in der braunen Tüte!), erzählt der Evangelist mehr von der neuen Idee und lässt die Early Adopters von ihren Versuchen berichten.
Die Early Majority hört nun von den Erfolgen und probiert es ebenfalls aus. “Wenn meine Freunde und Kollegen es tun, kann ich es ja auch mal versuchen.” Die Idee verbreitet sich im Unternehmen. Die Late Majority macht erst mit, wenn sie muss. Die “Laggards”, das sind die Nachzügler, machen erst mit, wenn sowieso alle anderen mitmachen. Zum Schluss erkennt der Chef die Fähigkeiten des Evangelisten und gibt ihm Zeit, die neue Idee nun offiziell in der Firma weiterzuverfolgen.
Linda stellt eindrücklich dar, welche Maßnahmen man treffen sollte, damit sich dies wirklich so entwickelt. Beispiele:
- Do Food – gib den Leuten etwas zu essen, dann vertrauen sie dir und hören zu
- Ask for Help – bitte die Zweifler um Hilfe und involviere sie dadurch
- Test the Waters – probiere die neue Idee an einem Beispiel aus, um Daten darüber zu gewinnen
- Trial Run – gib den Kollegen die Möglichkeit, die neue Idee in einem bestimmten Zeitraum auszuprobieren, ohne dass sie sie gleich übernehmen müssen
- Whisper into the General’s ear – falls der Chef in Gruppen nicht gern über Neues spricht, greif ihn bei Gelegenheit ab und sprich allein mit ihm über die neue Idee
- Just Do it – mach kein offizielles Pilotprojekt, sondern wende die neue Idee in einem Projekt an, das ohnehin durchgeführt wird
Zum Schluss des Tutorials kam noch eine interessante Wendung: Linda stellte dar, dass diese Patterns nicht nur geeignet sind, Organisationen zu verändern, sondern auch dazu dienen können, bei sich selbst als Individuum eine Veränderung zu bewirken.
Wirklich faszinierend! Danke, Linda!
[OOP 2009] Vorbereitungen auf vollen Touren
15. Okt
Die Speaker haben zugesagt, die Vorträge sind ausgewählt und das Programmheft ist draußen – die OOP 2009 fährt ihre Triebwerke hoch. Als Chair für den Soft Skills Track bin ich wirklich gespannt auf diese neue Konferenz!
Zwei tiefgehende Tutorials, am Montag und am Freitag:
- Linda Rising kommt und bringt uns bei, wie wir die ganzen coolen Sachen, die wir auf der OOP lernen, anschließend mutig im Unternehmen umsetzen, wie wir uns dabei Hilfe holen und die Menschen von den notwendigen Veränderungen überzeugen können.
- Alice Heiliger und ihr Team ermöglichen den Managern, die am Workshop teilnehmen, ein Ensemble von Musikern zu dirigieren – keine alltägliche Erfahrung! Es muss völlig faszinierend sein. Die Orchestermetapher für ein Software-Entwicklungsteam ist ja schon länger bekannt, hier wird sie tatsächlich erlebbar.
Acht interessante Vorträge am Dienstag und Mittwoch:
- Professor Gunter Dueck von der IBM wird für Entwickler den Dolmetscher Richtung Management spielen. Wie überzeuge ich jemand, der nicht so tief im Thema steckt wie ich? Herr Dueck wird uns in seiner bewährten satirisch angehauchten Vortragsweise die besten Antworten auf diese Frage vorstellen.
- Gernot Starke erzählt uns, wie wir bei all dem Multitasking, das heutzutage an den Schreibtischen passiert, mit unserer Zeit auskommen. “Zeitmanagement…” – Gernot, was tun wir nur? Du wirst zeigen, wie man etwas managt, von dem ich (ein paar Kaffeepausen später) in meinem Vortrag behaupten werde, dass es gar nicht existiert! Das finde ich richtig spannend!
- Ebenfalls am Dienstag komme ich mit meinem Vortrag “Gebrauchsanleitung für die Projekt-Matrix“. Haben Sie Matrix gesehen? Wenn nicht, tun Sie’s! Die DVD gibt’s preiswert zu kaufen, und es ist einfach ein genialer Film, auf den ich in meinem Vortrag Bezug nehme. Für die, die den Film schon gesehen haben: Glauben Sie immer noch, dass ein Softwareprojekt real ist? Besser Sie tun es nicht, dann haben Sie es wesentlich leichter, Soft Skills zu erwerben. Warum das so ist und wo der Schlüssel dafür hängt, sag ich Ihnen am 27. Januar.
- Ralf Westphal und Renate Klein räumen mit Mythen der Kommunikation auf. Das ist gut so! Kommunikation ist eine der am meisten missverstandenen menschlichen Fähigkeiten, gleichzeitig die faszinierendste und notwendigste überhaupt, denn die Welt entsteht erst im Dialog, vorher existiert sie nicht.
- Ralph Höfliger und Hans-Jürgen Plewan haben sich das Thema “Kultur” auf die Fahnen ihrer beiden Vorträge geschrieben. Der eine betrachtet das ganze Unternehmen, der andere die Kultur im Projekt. Es geht um die impliziten Regeln, die wir alle bei der Arbeit nutzen und die uns selten bewusst sind.
- Adam Bien, wenn Du es schaffst, mir verständlich zu erklären, wie man Dream Teams baut, dann geb ich Dir einen aus! Es ist immer wieder erstaunlich: Manche Entwickler verstehen in fünf Sekunden, worum es geht, schreiben in 60 Sekunden den richtigen Test dafür, implementieren in den folgenden 300 Sekunden und fragen den Kunden, ob es das ist, was er wollte! Adam, wenn Du diese Leute meinst, werde ich Deinen Vortrag besuchen!
- Elisabeth Heinemann, Professorin für Soft Skills an der FH Worms kommt: Ich bin begeistert, dass es dieses Unterrichtsfach inzwischen gibt! Wenn Sie uns zeigen, wie man die Leute vom Fachbereich leichter versteht, kann das allen unseren Projekten nur gut tun! Die Menschen aus der Domäne sprechen nämlich manchmal so seltsam mit uns IT-Leuten…
Liebe Teilnehmer, Sie sehen schon: Eine runde Zahl von 10 interessanten Veranstaltungen warten allein in diesem Track auf Sie. Als Track Chair verspreche ich Ihnen: Sie werden die Konferenz genießen und viele neue Fähigkeiten mit nach Hause nehmen können!
Soft Skills-Seminar im Oktober
06. Jun
Im Oktober gebe ich ein ganz neues Seminar über Soft Skills. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie kommen und mitmachen. Eine Seminarbeschreibung und mehr Infos gibt es bei SIGS DATACOM, Frau Anja Keß.
Jax 2008 Nachlese
24. Apr
Dieses Jahr habe ich nur einen Tag auf der Jax verbracht. Gleich zwei Vorträge hatte ich mitgebracht, ein Soft-Skill Thema (“Not invented here”) und einen zum Thema soziale Netzwerke (“Web 2.0 für Freunde”). Es gab interessante Sessions, leider lagen sie parallel zu meinem eigenen Vortrag, sonst hätte ich sie auf jeden Fall besucht. Einen sehenswerten Vortrag über das Semantic Web zum Anfassen habe ich mitnehmen können. Und kurz vor’m nach Hause gehen kam noch was, das mich wirklich vom Stuhl riss…
OOP is cool
19. Jan
I am writing this while I am at OOP 2006, the largest conference for modern software engineering principles in Germany. It’s really cool if you want to share the latest trends in information technology.
On Tuesday, I gave a talk about the new QVT standard in MDA, today I’ll give another talk about the role of software architect in today’s projects.
It was good to meet Axel Uhl from SAP as well as Markus Voelter, Bernd Kolb and other people from the open source MDA/MDSD community here in Europe. We discussed advanced subjects on which I can base strategic decisions how to target AndroMDA towards serious large scale applications. Requirements to AndroMDA are increasing and we (andromda.org) have to cope with that using rock-solid concepts. I’ll explain that in more detail at http://forum.andromda.org . Bernd Kolb helped me to set up the Eclipse colorer profiling tool on my machine to track down a performance problem when loading UML2 models.



